Demokratische Transformation …

Demokratie kann auch verstanden werden, als eine Herrschaftsform, die versucht Macht „jenseits von traditionell verstandener konstituierter Macht und außerhalb von etablierten Staatsapparaten Möglichkeiten und Abläufe einzurichten, mit Organisationsmodellen, kollektiven Formen und Subjektivierungsweisen zu experimentieren, die sich der Indienstnahme widersetzen“ (Lorey*). Nachfolgend werden entlang eines grundlegenden Textes für radikaldemokratische Debatten die Merkmale des Politischen herausgearbeitet, um dann zu so etwas zu gelangen, was „libertärer Commonismus“ genannt werden könnte.

Die Möglichkeit für Rechte und deren Ausweitung zu kämpfen, wie sie seit der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte in Frankreich und der Ratifizierung der Bill of Rights im Jahre 1789 begriffen werden, stellt im Vergleich zu absolutistischen Herrschaftsformen das genuin neue und demokratische Merkmal heutiger Herrschaft dar. Der „inklusive Antagonismus“ verstanden als agonaler Konflikt, so die hier aufgestellte Behauptung, bildet also das konstitutive Element der Demokratie oder anders ausgedrückt: „Die grundlegende Originalität der demokratischen Gesellschaft besteht darin, daß sie durch ihre Organisationsform selbst als Gesellschaft in Frage steht“. Dies meint die permanente Infragestellungen von scheinbaren Gewissheiten, etablierten Mächten und Autoritäten. Hierfür bedarf es keines Bezugs auf große Theorien, sondern es sind die vielfachen und immer wieder neu entstehenden Ereignisse, die in der Praxis für Unterbrechungen innerhalb der gewohnten Abläufe sorgen und mitunter dauerhafte Brüche mit dem Gewohnten erzeugen. Eine so verstandene Demokratie wird auch in den Texten aus dem Sammelband „Autonome Gesellschaft und libertäre Demokratie“# fokusiert. Dieser beschäftigt sich sowohl mit den Anfängen demokratischer Gesellschaften als auch mit einem bedeutenden Denker dieser Anfänge, Tocqueville, dessen Denken in dem nachfolgend besprochenem Text kritisch reflektiert wird.

Vor der Relektüre des Aufsatzes „Tocqueville, Amerika und wir. Über die Entstehung der demokratischen Gesellschaften“ kurz noch ein, zwei Worte zu Marcel Gauchet**, der im deutschsprachigen Raum relativ unbekannt ist: Sein philosophisches Denken ist stark von Claude Lefort und dessen langjährigen Weggefährten Cornelius Castoriadis geprägt und sein Text „Tocqueville, Amerika und wir“ wurde erstmals im Rahmen eines Vortrags der Zeitschrift „Esprit“ im Jahre 1977 vorgestellt. Auf diesen und vergleichbaren Events trafen sich damals neben Lefort, Gauchet und Castoriadis auch Leute aus dem Dunstkreis der Journale „Textures“ und „Libre“, wie u.a. Miguel Abensour und Pierre Rosanvallon. Ferner ist Gauchet seit 1980 Redakteur der Zeitschrift „Le Débat“, deren Gründungsmotiv darin bestand, eine interdisziplinäre Perspektive auf Geschichte, Politik und Gesellschaft in der Öffentlichkeit zu platzieren.

In der Auseinandersetzung mit Alexis de Tocquevilles Klassiker „Über die Demokratie in Amerika“ reflektiert Gauchets Aufsatz „Tocqueville, Amerika und wir“ die Entstehungsbedingungen demokratischer Gesellschaften. Tocqueville habe an Amerika fasziniert, dass sich diese Gesellschaft, im Gegensatz mit den – sich im Nachgang der französischen Revolution noch zum Teil in despotischen Auseinandersetzungen befindlichen – europäischen Gesellschaften, schon in Übereinstimmung mit sich selbst befinden würde und in ihr das Prinzip der Gleichheit zur vollen Entfaltung gebracht worden sei (vgl. S. 125ff.). Der Fürstensohn erachtet Gauchet zufolge die demokratische Revolution und die Herausbildung des Prinzips der Gleichheit als geschichtlich notwendige Tatsache und als den Willen Gottes (vgl. S. 131) und sieht die gesellschaftliche Einheit, jenseits von ausgetragenen Konflikten, als das Grundelement der Demokratie an. Als Garant für das einigende gesellschaftliche Band ist für Tocqueville der Bezug auf das religiös inspirierte Jenseits unabdingbar, der die individuellen Seelen zusammenhält (vgl. S. 136f.). „Nicht nur weil der gemeinsame Glaube an eine bestimmte Zahl von Wahrheiten, die vor der Debatte geschützt sind, eine dauerhafte Vereinigung der Individuen bewirkt, sondern weitaus tiefer auf einer dynamischen Ebene, weil die Menschen in der Tat die Grundlage der moralischen Regeln, die ihre Beziehungen untereinander beherrschen, oder letzten Bedeutungen, die ihr Leben in der Gesellschaft bestimmen, nicht radikal in Frage stellen können, ohne eine unversöhnbare Teilung des Gemeinwesens zu bewirken. Und umgekehrt kann der Antagonismus zwischen den gesellschaftlichen Gruppen letztlich nur voll ausbrechen, wenn er sich in Hinblick auf die Infragestellung des umfassenden Sinns des menschlichen Universums und seiner Zielsetzungen entwickelt“ (S. 139).

Gauchet hält Tocqueville entgegen, dass er so sehr von seiner Idee der Übereinstimmung der Gesellschaft mit sich selbst begeistert gewesen sei, dass er die Wirklichkeit des Konstitutionsprozesses der amerikanischen Gesellschaft aus den Augen verloren habe. Entgegen Tocqueville ist für Gauchet, wie auch für Lefort, der „inklusive Antagonismus“ einer Gesellschaft für ihren Zusammenhalt ausschlaggebend. Die Entstehung der Demokratie verdankt sich Gauchet zufolge der unbewussten Dynamik, die aus dem zufälligen Ereignis, nämlich der Konfrontation zwischen revolutionär und reaktionär gesinnten Kräften, erwachsen ist (vgl. S. 141f.). War das Teilungsprinzip und die Unmöglichkeit der vollständigen Einigung über sämtliche gesellschaftlichen Fragen erst einmal anerkannt, erwuchs aus dieser Anerkennung gleichsam die symbolische Repräsentation demokratischer Gesellschaften, auf die sie sich positiv beziehen konnten. Diese Wechselwirkung zwischen Konflikt und symbolischer Repräsentation des Unversöhnbaren bildet den Wesenskern demokratischer Gesellschaften (vgl. S. 144ff.). „Was wir heute als Demokratie kennen, hat sich tatsächlich zu einem wesentlichen Teil dank der Opposition gegen die Demokratie und in der Reaktion auf sie herausgebildet“ (S. 142; vgl. hierzu S. 146ff.). Ferner gesteht Gauchet dem vierten Stand und seiner erstmaligen politischen Repräsentation eine wesentliche Rolle bei der Herausbildung des demokratischen Prozesses zu. Das politische Feld sei dadurch noch einmal ganz neu gemischt worden (vgl. S. 143f.). Allerdings orientierten sich sowohl die Interessensvertretung des Proletariats als auch die anderen schon etablierteren Parteien an einer konfliktnegierenden Teleologie, dem Grundprinzip der Übereinstimmung der Gesellschaft mit sich selbst. Diese Sehnsucht, die alle gesellschaftlichen Akteure mal mehr mal weniger bewusst antreibe, sei der Grund für das Risiko, dass sich ein, der Demokratie tendenziell innewohnendes, totalitäres System Bahn breche (vgl. S. 150).

Der Totalitarismus stellt laut Gauchet auf paradoxe Weise eine Verbindung zwischen vormodernen und modernen, demokratischen Gesellschaften dar. Verkörpert er einerseits die Vollendung der Moderne, weil er das Transzendente vollständig negiert, so birgt diese Tendenz die Rechtfertigung für die Ausübung von Macht vom Jenseits abzukoppeln und in den totalen Volkskörper hinein zu verlagern andererseits die Negation gesellschaftlicher Unterschiede oder besser gesagt Teilungen in verschiedene Interessensgruppen in sich. Das Resultat ist, dass es sich bei einer solchen Gesellschaft um eine quasi-religiöse handelt, die sich nur durch die Verleumdung ihrer eigenen Existenzbedingungen als einheitlich verkaufen kann. Im Unterschied hierzu erfüllten religiöse, vormoderne Gesellschaften diese einigende Funktion gewissermaßen aufrichtig, weil es nur den einen Gott und Herrscher geben durfte, was eine Zeit lang nicht groß angezweifelt wurde (vgl. S. 148ff.). „Die grundlegende Originalität der demokratischen Gesellschaft besteht dagegen darin, daß sie durch ihre Organisationsform selbst als Gesellschaft in Frage steht, die sie dazu bestimmt, sich gegensätzliche Antworten zu geben“ (S. 154). Die Antwort auf diese Frage sei aber nur in der Gesellschaft selbst zu finden und nicht durch transzendente Wahrheiten, so dass die Demokratie die eigentliche Vollendung der Moderne darstelle (vgl. 151; 157). Gauchet macht Tocqueville zum Vorwurf, dass er den Aspekt der nicht versiegenden Quelle des Imaginären, bewusst ignoriert habe, weil nur durch die Verkennung dieser Kraft seine Interpretation der Gleichheit und der vermeintlich gottgewollten Übereinstimmung der amerikanischen Gesellschaft mit sich selbst aufrechtzuerhalten gewesen sei (vgl. S. 155).

Teil II: Ging es im ersten Teil eher um die Übereinstimmung der Gesellschaft mit sich selbst, so soll dieser Sachverhalt nun mit dem von Tocqueville gedachten Prinzipien der Gleichheit zusammengebracht werden.

Auf der Suche danach, was die konstitutiven Elemente der Gleichheit ausmache und ob diese den Automatismus für ihr eigenes Entstehen in sich tragen würden, konstatiert Gauchet, dass Tocqueville, dem als Begründung für die Ursache und Wirkung des demokratischen Prinzips die Proklamierung einer „Gesellschaft der Gleichen“ ausreiche, einer deduktiven Illusion aufsitze, weil er den Prozess der Einigung, der den amerikanischen Verfassungsvertrag möglich gemacht habe, vergessen habe mitzudenken. Dieser garantiere aber erst die Rechte der Gleichen bzw. Individuen (vgl. 163f.). Tocqueville habe dennoch zurecht die Dynamik der Gleichheit, die zur Reduktion der Andersheit tendiere, hervorgehoben. Gauchet zufolge konnte erst durch das Heraufkommen des Staates – der für die Aufrechterhaltung der symbolischen Repräsentation des Ursprungs sorge – eine Einigung der Gleichen gewährleistet werden (vgl. 172). War es zuvor die Religion, die sich durch ihre göttliche Allmacht automatisch als etwas dem Menschen Gegensätzliches oder Anderes dargestellt habe, so würde der Staat nun für eine „Verlegung der Andersheit ins Innere der Gesellschaft“ (S. 171) sorgen. Dies habe zur Folge gehabt, dass sich die Menschen mit dieser vermeintlichen Andersartigkeit auseinanderzusetzen hatten, weshalb er konstatiert, dass „man zweifelsohne die Entstehung der staatlichen Herrschaft als einen gewaltigen Schritt zur Emanzipation der Menschen“ (S. 172) zu begreifen habe. Den Beginn des Diskurses über die Gleichheit der Menschen untereinander verknüpft Gauchet demnach mit dem Prozess, der infolge der französischen Revolution zur Ablösung der monarchistisch-religiösen Herrschaftshäuser, durch demokratisch verfasste Staaten, und letztlich zur Verkündung der Menschenrechte führte. Dabei entgeht ihm nicht, dass die jungen Demokratien denkbare Schwierigkeiten hatten die gleichwertige Anerkennung des Anderen zu beherzigen (vgl. S.171f.). Tocqueville habe „wie kein anderer“ genau diese Kraft des Wechsels in den Einstellungen der Menschen zueinander erkannt (vgl. S. 176). Das Aufkommen der sozialen Bewegungen, ob nun die Arbeiter-, Frauen- oder Umweltbewegung, die Etablierung von Kinder- und Tierschutzrechten oder die kritische Reflektion demokratischer Staaten hinsichtlich ihrer mitunter ethnozentristischen Weltsicht seien jeweils die Konsequenz der „Gesellschaft der Gleichen“ und für Gauchet sind dies deutliche Indizien für die, aus der Idee der Gleichheit schöpfende, Inspiration, die tendenziell alle gesellschaftliche Gruppen erfassen kann (vgl. S. 177ff.).

Auf den restlichen Seiten kommt Gauchet nach diesen Ausführungen wieder auf die tragende Rolle des Konflikts zu sprechen sowie die Rolle des Staates und der Macht bzw. dem Gesetz und deren notwendige symbolische Existenz für die gesellschaftliche Selbstkonstitution. Dies braucht hinsichtlich der anderen Texte von Gauchet und insbesondere der schon besprochenen von Lefort (dieser Text entstand ursprünglich im Kontext des Lefort-Lesekreises der AG Politische Theorie) an dieser Stelle jedoch nicht wiederholt werden, zumal das Wesentliche hierzu in Bezug auf diesen Text bereits in Teil I zusammengefasst wurde. Dies ist gleichzeitig schon ein erster Kritikpunkt an Gauchets Text, da er – anders als erwartet – hinsichtlich der Zuwendung zum Prinzip der Gleichheit zu seitenlangen Wiederholungen neigt. Die Notwendigkeit des gesellschaftlichen Konflikts dient Gauchet dabei außerdem als pauschale Argumentationsfolie. Ob nun die Vorstellung einer Übereinstimmung der Gesellschaft mit sich selbst (siehe Teil I) hinterfragt wird oder die Annäherung der Individuen aneinander in Gegenüberstellung zu Tocquevilles Gedanken erklärt wird, teilweise driftet Gauchet meiner Meinung nach in seiner Argumentation dabei in abstruse Gedankengänge ab, etwa als er versucht die Anerkennung des Mitmenschen auf eine notwendige Logik zurückzuführen, die sich auf eine Theorie bezieht, die er gemeinsam mit Gladys Swain ausgearbeitet hat (vgl. hierzu S. 172-176).

Die von Gauchet herausgearbeiteten beiden wesentlichen Punkte lassen sich wie folgt zusammenfassen: Zum einen die für eine demokratische Gesellschaft essentielle Rolle des Konflikts und dessen verbriefte Anerkennung und zum anderen die sinnstiftende Kraft einer grundsätzlich ebenfalls anerkannten und festgeschriebenen Art von Chancengleichheit. (Zu den Schwierigkeiten des Begriffs „Chancengleichheit“ siehe nachstehender Kommentar). Dies ist so zu verstehen, dass Gauchet nicht davon ausgeht, es hätte sich in Bezug auf die verschiedensten Gruppeninteressen „ungeschmälerte Gleichheit“ durchsetzen können. Im Gegenteil würde er das Erreichen einer solch ungeschmälerten Gleichheit als gesellschaftlichen Stillstand interpretieren, weil sich „die Dimension einer unauflösbaren Meinungsverschiedenheit über die Grundlage und die Seinsweise der Gemeinschaft der Menschen sich“ (S. 196) eben nicht auslöschen lasse. „Die Gleichheit, eine unbegrenzte, fortgesetzte Schöpfung, meint nicht: weil alle gleich sind, sind alle einer Meinung; sondern: alle sind sich um so ähnlicher und stehen sich gleichrangig näher, als sie grundlegend nicht übereinstimmen“ (S. 197). Chancengleichheit oder besser die gleichberechtigte Notwendigkeit der Einflussnahme verschiedenster sozialer Gruppen hinsichtlich ihrer jeweiligen Freiheits,- Teilhabe und Rechtsansprüche ohne die jede Gesellschaft auf kurz oder lang in ein totalitäres System abzudriften droht, lässt sich laut Gauchet nur als immer wieder aufs Neue zu strapazierendes Spannungsverhältnis zwischen der Vielzahl an gesellschaftlichen Gruppen und staatlichen Institutionen begreifen. Die Verwirklichung des im Prinzip für alle gleich geltenden Anspruchs auf Freiheit und Rechte, gilt es nach wie vor immer wieder herzustellen und zu erweitern. So gesehen ist Gauchets Insistieren auf die wichtige Rolle der Zivilgesellschaft, aufgeteilt in unzählige Interessensgruppen, die sich jenseits der Parteiendemokratie gegen die totalitären Tendenzen der Demokratie zu wenden haben, nach wie vor aktuell, da es in der heutigen Gesellschaft keineswegs mehr selbstverständlich ist, dass Menschen gegen die Gefährdung bzw. für den Status Quo ihrer Rechte und Freiheiten kämpfen, ganz zu schweigen von einer Ausweitung oder Neuerschaffung von etwaigen Freiheiten und Rechten oder dem Zusammenschluss neuer Gruppen, die emanzipatorischen Charakter hätten. Die in demokratischen Gesellschaften auf der Straße liegende Emanzipation muss also noch immer und immer wieder aufs Neue durch kollektive Netzwerke erkämpft werden. Genau dies scheint mir das Gemeinsame dieses Textes und eines zentralen Punkts in Claude Leforts Philosophie sowie die Voraussetzung auf dem Weg zu einem „libertären Commonismus“ bzw. „Munizipalismus“ zu sein.


 

* Isabell Lorey (2016): Präsentische Demokratie. Radikale Inklusion – Jetztzeit – konstituierender Prozess. In: Alex Demirović (Hrsg.): Transformation der Demokratie – demokratische Transformation.

** Marcel Gauchet hat sich im Laufe der Jahre von seinen im hier diskutierten Text vertretenen Vorstellungen weit entfernt und vertritt heute bzw. vertrat schon in den 1980er Jahren liberal-konservative Ansichten. Exemplarisch hierfür steht seine Interpretation der französischen Revolution und der Menschenrechte in dem Buch „La Révolution des droits de l’homme“ (1989).

Literatur:

# Gauchet, Marcel ([1977] 1990): Tocqueville, Amerika und wir. Über die Entstehung der demokratischen Gesellschaften. In: Rödel, Ulrich (Hrsg.): Autonome Gesellschaft und libertäre Demokratie. Frankfurt a.M., S. 123-206.

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4 Antworten

  1. Und danke für den Hinweis in Deinem Beitrag „Gleichheit oder Ungleichwertigkeit“ auf die Blogparade „Schreiben gegen Rechts“ 🙂

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  2. Chancengleichheit ist tatsächlich mehr als ein unglücklicher Begriff und ich häng mich auch nicht an den Begriff, da er in der Regel missbraucht wird, um genau sein Gegenteil zu legitimieren. Angenommen sie würde irgendwann tatsächlich irgendwo auf der Welt existieren, wäre das dann der Gleichheit oder Gleichwertigkeit aber doch schon sehr ähnlich, oder? Im Moment wird Chancengleichheit an das ewige Leistungsdogma gekoppelt und sonstwie reiche oder arme Vorfahren werden dabei komplett ausgeblendet, weshalb mir der Begriff auch ziemlich stinkt, wenn ich länger drüber nachdenk.

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    1. Ich kann mir unter Chancengleichheit eh nix richtiges vorstellen, da sind so widersprüchliche Sachen damit verbunden. Lädt fast dazu ein, Leuten Chancen wegzunehmen, damit alle gleich wenig haben, dann ist es wenigstens gerecht.

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  3. Um mal bloß an einem einzelnen Punkt einzuhaken:

    Die Gleichheit gerade mit dem ganzen Kontext dann als Chancengleichheit zu interpretieren oder zu formulieren oder auch darauf zu reduzieren, das ist eher nicht so mein Ding.
    Vgl. https://sonstigesblog.wordpress.com/2016/03/06/gleichheit-oder-ungleichwertigkeit/

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